Presse vom 21. August 1995 - Aachener Nachrichten

Ein Gesamtkunstwerk aus der Computer-Ära

Die Gruppe Valley Forge zeigte ihre außergewöhnliche Bühnenshow in der Aula Carolina

Aachen. Laserfinger bohren sich ihren Weg durch künstliche Nebelschwaden, Computeranimationen spielen sich auf einer Leinwand im Bühnenhimmel ab, unterschiedliche Beleuchtungseffekte runden das Konzept ab und bilden damit die Basis auf der sich die Musik von Valley Forge entfaltet. Licht und Musik verschmilzt zu einer audiovisuellen Einheit.

Dem Zuschauer werden Eindrücke vermittelt, die nicht unbedingt den Eindruck eines "gewöhnlichen" Rockkonzertes entstehen lassen. Multimedia heißt das Zauberwort. Eine neue Dekade von Live-Darbietungen ist mit dem Computerzeitalter eingeleitet worden.
Zwar hat sich der Trend zu Computeranimationen und Lasershows in den großen Diskotheken schon länger durchgesetzt und ist bei vielen Bands zum unverzichtbaren Bestandteil ihrer Videoclips geworden, aber live wird wegen des hohen Aufwandes auf solche komplizierten Licht - und Toninstallationen verzichtet. Bei Valley Forge ist die aufwendige aufwendige Präsentation allerdings ein wesentlicher Bestandteil ihrer Musik. Da dies mit großen Kosten und Mühen verbunden ist, zeigte die Band ihr multimediales Spektakel an drei aufeinanderfolgenden Tagen.
Zu den beeindruckendsten Darbietungen gehörten sicherlich die mit Lasern hervorgezauberten Effekte, die beispielsweise über den Köpfen der Zuschauer Licht-Tunnel-Formationen  entstehen ließen. Der gesamte Raum über Decke und Säulen wie der gegenüberliegenden Wand wurden zur Darbietung der optischen Effekte genutzt.

Sphärische Klänge

Entsprechend der aufwendigen optischen Choreographie ist die Musik von Valley Forge konzipiert. Einfachste Vergleiche wären die Bombast-Rockbands der 70er Jahre wie Yes, Genesis oder Pink Floyd. Sphärische Klänge spielen eine Rolle, die immer wieder von verfremdeten Alltagsgeräuschen oder experimentell klingenden Percussionsounds unterbrochen werden.
Die Musik ist rein instrumental, was aber durch die großartige Licht - und Lasershow vielfach kompensiert wird, sodaß Gesang letztlich nur störend wirken würde. Hauptverantwortlicher für das Konzept ist der Keyboarder Thomas Bechholds, wobei aber neben den Musikern die Verantwortlichen für Computeranimationen, Licht und Sound im Hintergrund einen Großteil zum Gelingen beigetragen haben. Erst durch ihren Einsatz erinnerte die Bühnenshow immer wieder an Science Fiction.
Und so ist auch der Bandname kein Zufall, denn Valley Forge ist der Name eines Raumschiffes aus dem Film .. ( " Silent Running..." : anm. Web-Red. ) .
Gleichzeitig zum Auftakt ihrer Multimedia - Tour  präsentierte Valley Forge   ihre CD "Leaving to Nothing". Fortgesetzt wird das Projekt demnächst in Köln, nachdem Aachen sozusagen als erster Probelauf diente.
Valley Forge präsentierten weniger Rockmusik als vielmehr ein Gesamtkunstwerk. Festzuhalten bleibt daß die Band... mit der Realisierung ihres Projektes zufrieden sein darf und mit dementsprechenden Applaus für ihre Aufführung belohnt wurde.