Als 1982 der JUNO 6 für DM 2.590,- ( ca. 1.300,- € ) in die Läden kam, gab es für das Geld keinen
anderen polyphonen 6stimmigen Synthesizer. Direkte Konkurrenz war (u.a.) der Korg Polysix, der
zwar 32 Programmspeicherplätze bot, aber auch DM 800,- ( ca. 410,- € ) teurer war.
Kurze Zeit später brachte Roland den JUNO 6 dann auch mit Programmspeicher ( 56
Programmplätze) unter dem Namen JUNO 60 auf den Markt. Der kostete dann aber auch DM
3.490,-. ( ca. 1.850,- € )
Juno 6 und Juno 60 sind bis auf die Regelung des Hochpassfilters, den DCB
Anschluß des Juno 60 und dem Programmspeicher identisch.
Dieser DCB Anschluß ermöglichte damals den Anschluss der
optionalen Hardwaresequenzer JSQ60 bzw. MSQ700. Obwohl der
MSQ700 einen DCB Anschluß , als auch MIDI besaß, hießt das
nicht, daß man hier mit diesem Gerät DCB Signale in MIDI umwandeln
kann, um den Juno 60 damit MIDI-fähig zu machen ! Dazu benötigt
man einen DCB - MIDI Konverter. Diese sind schaltungstechnisch recht
" simpel " und werden preiswerter angeboten, als ein
kompletter Umbau des Juno60 auf MIDI.
Selbst ein nicht auf MIDI umgerüsteter Juno60/6
kann dennoch durch seinen Arpeggiator/in über ein Triggersignal zu
einer laufenden MIDI-Sequenz synchronisiert werden.
Die die mich kennen, wissen, daß ich ein
Verfechter analoger Hardware bin. Vor diesem Hintergrund behaupte ich,
daß ein richtiger Analogsynthi, auch wenn es sich um so ein
einfach gehaltenes Modell wie ein JUNO handelt, auch in
einer modernen Virtuell/Digital - Produktion, wie das Salz in der Suppe
sein kann.
Der Aufbau ist , wie schon erwähnt, sehr "
rudimentär "
- LFO - sinus, mit einstellbaren Einschwingzeit (
Delay)
- VCO - Dreieck, Rechteck, Puls ( einzeln oder
mischbar ) . Modulation durch den LFO und Bender. Sub OSC, zumischbar.
White Noise.
- VCF - Resonance, Cutoff, Highpass ( beim Juno
6 stufenlos, beim Juno60 4-stufig ), Modulation
durch LFO, Hüllkuve; Bender und VCF in .
- ADSR
- Chorus / Tremolo Effektsektion
Die JUNOS klingen wirklich sehr fett und analog. Der Chorus rauscht zwar etwas, was
aber nicht wirklich stört.
Die Sounds sind, bedingt durch die einfache Struktur des JUNO, nicht ungewöhnlich,
aber der JUNO ist oft aus einer Produktion herauszuhören.
Orgel , Bass und Streicher Sounds sind schnell programmiert, aber eben
nicht nur die...
Die Bedienung des Gerätes ist hervorragend, die Hardware ist von sehr guter Qualität.
Im Gegensatz zu den heutigen Synthesizern dieser Preisklasse, welche natürlich viel
leistungsfähiger sind, bekam der Käufer ein Gerät aus Metall und Holz und keine billig
wirkenden Bedienelemente.
JUNO 6 gibt es auf dem Gebrauchtmarkt schon ab
250,- €. Für den JUNO 60 verlangen
sich die Verkäufer ca. 400,- €.
Preise, die vor 4 Jahren in DM bezahlt wurden. Die Preise sind also
gestiegen.
Alles in allem macht der JUNO 6/60 richtig Spaß. Ich kann ihn nur weiter empfehlen.
Der Nachfolger des JUNO 60 ist der fast identische Juno
106. Dieser besitzt serienmäßig MIDI, SoloMODE, Portamento,
SYSEX und 128 Speicher. Obwohl Roland seinerzeit in den Juno
106 Prospekten von einem verbesserten Sound gegenüber dem JUNO
6/60 sprach, ist die allgemeine Meinung entgegenläufig. Aber
falls es Unterschiede gibt, sind diese nur im direkten A/B Vergleich
hörbar... es gibt eine Vermutung, daß eine eingebaute " Loudness"
Schaltung die Junos so fett klingen lässt.