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Korg Trident

Der KORG TRIDENT erschien 1981. Er wurde für ca. 7.200,- DM in den Musikgeschäften angeboten, und war dort aufgrund seines imposanten Erscheinungsbildes ein Highlight im Verkaufsraum. Die Auswahl der Synthesizer zum damaligen Zeitraum war eher dünn. Oberheims und Prophets sah man eh nur in ganz speziellen Geschäften ( wenn überhaupt ) und Rolands Jupiter 8 kannte man auch hauptsächlich nur aus Prospekten und Werbeanzeigen. So kam es also, dass der KORG TRIDENT sich mit ROLANDs Juno 6 und Jupiter 4, dem YAMAHA SK 30 Multikeyboard , den damals üblichen E - Pianos und Orgeln und evt. noch hier und da einem kleinen monophonen Synthi z.B. von CRUMAR die Anteststuben der großen Musikalienhändler teilte. Allerdings konnte man für 7.200,- DM auch einen ROLAND Juno 6, ein FENDER Rhodes Piano und einen KORG MS 20 gleichzeitig erwerben, weshalb mir damals der Vorteil des KORG TRIDENT einfach nicht einleuchten wollte. Heute allerdings ist angesichts der niedrigen Gebrauchtmarktpreise der TRIDENT höchst interessant , da er einen beidruckenden Sound hervorbringen kann, gepaart mit einer tollen Bedieneroberfläche.

Der KORG TRIDENT ist in 3 Sektionen ( Tonerzeugungen ) unterteilt:
Einem polyphonen 8-stimmigen Synthesizer, einer Brass-Sektion ( ein polyphoner Synthi mit Einschränkungn ) und einer Stringsabteilung; alles vollanalog selbstverständlich.

Der 8-stimmige Synthesizer besitzt pro Stimme 2 Ozillatorenbänke. Die Ozillatoren können Dreieck, Sägezahn und varialble modulierbare Pulswelle erzeugen. Jedoch ist die Wellenform nur immer gleichzeitig für beide Ozillatoren abrufbar. Jeder Ozillator hat einen seperaten b ( 16' 8' 4'). VCO 2 lässt sich gegenüber VCO 1 noch feinverstimmen. Das 24 db Tiefpassfilter bietet Regler für cutoff, resonance und Modulation ( pos. und neg. ) durch den ADSR Generator an. Des weiter gibt es einen 3-stufigen Schalter für Keyboardtracking. Der VCA kann entweder durch den ADSR Generator oder einer festen Orgelhüllkurve angesteuert werden. Dazu kommt eine Besonderheit, nämlich die Solorelease Funktion. Hier wird nur dem zuletzt gespielten Ton die eingestellte Releasezeit zugeordnet. Für den Syntheziserteil gibt es 3 Presets : Piano 1 und 2 sowie Clavinet. Diese Presets sind nur in dem Gerät zu verstellen. Für das Abspeichern eigener Sounds stehen 16 Plätze zur Verfügung. Nun hat der TRIDENT den vordergründigen Nachteil, dass sich die abgespeicherten Sounds nicht aus dem Speicher heraus editieren lassen, sondern neue Sounds immer von neuem aus der Bedieneroberfläche heraus erstellt werden müssen. ( Dies wurde bei seinem Nachfolger dem TRIDENT MK 2 geändert . )
Aber, wie gesagt : ein vordergründiger Nachteil ! Denn, damit sich abgespeicherte Sounds doch verändern lassen können, hat KORG zwei zusätzliche Regler spendiert. CUTOFF und DETUNE. Und jetzt kommt's: da diese zwei Regler nicht abspeicherbar sind, besitzen die Wertebereiche keine Rasterung und überstreifen ohne Stufen den gesammten CUTOFF bzw.DETUNE - bereich. Dieses kann man sehr schön zwischen den beiden CUTOFF Regelern aus der speicherbaren Synthisektion und dem nichtspeicherbaren Bereich vergleichen und hören .

Da die Editiersektion bei dem TRIDENT MK2 geändert worden bzw. modernisiert worden ist, fallen dort die 2 Zusatzregeler DETUNE und CUTOFF weg. Auch hat der MK 2 einen zweiten ADSR Generator pro Stimme, anstatt der festen Orgelhüllkurve. Auch spricht KORG davon, daß die VCOs und die VCAs geändert worden sind. ( Hier sollen die POLYSIX Schaltungen (SSM Chips) verwendet worden sein ) .
Eine Modulation durch einen seperaten LFO für die Synthisektion gibt es nicht ( ausser für die PULSMODULATION ) . Es exisitiert nur ein gemeinsamer LFO, der mit Hilfe des Joysticks, nur auf alle 3 Sektionen gleichzeitig wirken kann. Und das ist nun wirklich oberdämlich, denn die Stringssektion hat z.B. schon zwei Vibrationsmodulationen. Eine dritte lässt die Strings nur erbärmlich jammern. ( Ich bin auf der Suche, schaltungstechnisch die Stringssektion von der Joystick LFO Bank zu trennen, sodass man der Synthi- oder Brassbank ein Tremolo oder Vibrato zuweisen kann, ohne die Strings zwangs zu modulieren ! )

Die Brass - und Stringabteilung , sowie die Spielhilfen des TRIDENT sind bei beiden Versionen gleich.
Die Stringsektion bietet 3 Fusslagen ( 16' 8' 4') welche gemeinsam oder einzeln abgerufen werden können. Dazu kommt noch eine Attack - Release Funktion, ein 2 - Band Equalizer und die Bowingfunktion, welche durch ein kurzes anheben der Resonance einen " Antreich-effekt" simuliert. Einen Ensemble- und ein Vibrato-effekt lässt sich noch zuschalten und in Intensität regeln.

Die Brassabteilung ist eigentlich ein einfach gehaltener polyphoner Synthi mit einem VCF für alle Stimmen , einem ADSR Generator, cutoff, resonance und Fusslagenschalter und einem Regler um den ADSR Generator das Filter stufenlos zuzuweisen ( pos. oder neg. ) Dazu kommen wieder die kleinen, ungewöhnlichen Tools, die den Trident so musikalisch klingen lassen. Die Brassabteilung bietet verschidene Triggermodi :
Die von anderen vollpolyphonen Synthis aus den früheren Jahren bekannten MULTIPLI und SINGLE Trigger, lassen dieWahl zu, ob die ADSR Kurve ( und damit der evt. modulierte Filterverlauf ) bei jeder Taste neu oder bei Legato-Spielweise nur am Anfang des Laufs ausgelöst wird. Das hat zur Folge, dass bei ausgeschaltetem MULTIPLI Trigger Töne teilweise verschluckt werden oder Filterverläufe nicht immer neu ausgelöst werden. Auch die Möglichkeit nur jede 2./4./6. oder 8. angeschlagene Taste auf die Brasssektion zu routen, gibt im Verbund mit den anderen Sektionen eine interessante Ausdrucksmöglichkeit. Auch kann man die Brasssektion von aussen mit einer Drummaschine triggern, um ein korrektes rythmisches Timing zu erhalten. Da der TRIDENT kein MIDI, CV / Gate oder Arppegiator hat, ist dies die einzige (serienmässige ) Möglichkeit, tonauslösend anzutriggen.

Da die Tastaur des TRIDENT splitbar ist, gibt es verschiedenste Möglichkeiten die 3 Sektionen zu verteilen. Auch ist die Lautstärke der Sektionen unabhängig regelbar.

Sehr schön ist der eingebaute Flanger des Trident, welcher vielfältige Regelmöglichkeiten enthält. Sogar die Selbstresonance ist hier möglich, haut aber dermassen rein, dass der musikalische Nutzen für extesy-freie Sessions fragwürdig ist. Der Flanger rauscht je nach Einstellung etwas. Dem Flanger zugewiesen kann nur immer eine der 3 TRIDENT Sektionen. Je nach Einstellung ( extreme Potieinstellungen ) rauscht der Flanger oder erzeugt ein Feedback . In der TRIDENT MK2 Version ist der Flanger überarbeitet worden. ( Nicht in der Funktion, sondern evt. in seinen Audioeigenschaften ) .

Die Anschüsse des KORG TRIDENT sind reichhaltig. VCF Eingänge für Synti und Brass, seperate Ausgänge für alle 3 Sektionen und Volume-Inputs für Synthi, Brass und Strings. Das ermöglicht mit einem CV-Gate Interface wie z.B. dem Doepfer MCV 24 erweiterte , midigeteuerte Modulationen.

Wie klingt der TRIDENT nun ? Also , ein Hall und evt ein Echo hinter den KORG geschaltet, beim Spiel die Regler bewegt und die Sektionen aufeinander abgestimmt....da geht die Sonne auf. Bombastsounds, tiefe brummige Bässe und schöne Vintagesounds kommen aus diesem Gerät. Mit etwas feingefühl und Forscherdrang bekommt man hier und da auch mal einen Sound zustande, den man dem einfach gehaltenen Synthesizer nicht zugetraut hätte. Die Spielweise macht eben hier bei diesem Gerät viel aus.

Im Jahr 1982 kam dann die überarbeitete MK 2 Version heraus, welche sich neben der oben erwähnten Unterschiede sich auch etwas in den verwendeten Farben der Bedienelemente unterschied. Die Potis sind dem POLYSIX angeglichen.

Leider gibt es nur noch Restposten von KENTONs MIDInachrüstung zum Preis von ca. 550,- Euro für den TRIDENT. EES und JOMOX stellen keine Interfaces mehr her.

Schaltungsunterlagen gibt es als Kopie vom hilfsbereiten KORG Importeur in Marburg.



   ARP
   Rhodes Chroma
   Solina String Ensemble

   Korg
   Trident

   Moog
   Minimoog

   Roland
   Juno 6/60
   Jupiter 4
   Jupiter 6
   JX 3 P
   SH Serie

   Sequential Circuits
   Techniks P 30

   Technics
   Trident

   Yamaha
   Yamaha CS 30